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Etwa im zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts hat der Meteorologiehistoriker Curt Weikinn (1888–1966) eine Vielzahl wissenschaftlicher und heimatkundlicher Publikationen nach Wetterbeschreibungen durchgesehen und jedes der gefundenen Ereignisse auf ein kleines Blättchen geschrieben. So ist eine Sammlung von mindestens 100.000 Notizzetteln entstanden. Die fixierten Zitate stammen vorrangig aus Mitteleuropa und belegen einen Zeitraum von fast zwei Jahrtausenden. 1958 wurde begonnen, Meldungen, die hydrographische Ereignisse betreffen (Sturmfluten, Hochwasser im Binnenland, Vereisungen der Gewässer), unter dem Titel „Quellentexte zur Witterungsgeschichte Europas von der Zeitwende bis zum Jahre 1850“ zu veröffentlichen.
Zu Weikinns Lebzeiten erschienen im Berliner Akademie-Verlag insgesamt vier umfangreiche Bände. Doch erst 2000 und 2002 wurde, dank Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Bereitschaft des Berlin-Stuttgarter Verlags Gebrüder Borntraeger, mit der Bearbeitung und Herausgabe des 5. und 6. Teilbandes durch Michael Börngen und Gerd Tetzlaff ( Institut für Meteorologie der Universität Leipzig) die Abteilung „Hydrographie“ abgeschlossen. 
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Curt Weikinn hat überwiegend Sekundärquellen benutzt, die angesichts vieler Fehlermöglichkeiten heute bei wissenschaftlichen Analysen ungern herangezogen werden.
Wenn möglich, wird auf die zuverlässigeren, aber ungleich schwerer zugänglichen Primärquellen aus Archiven zurückgegriffen. Gleichwohl nutzen viele Autoren den bisher publizierten Teil und beweisen damit, dass es sich bei den Weikinn’schen Quellentexten dennoch um einen wertvollen Datenfundus und eine stabile Ausgangsbasis für die natur- und geisteswissenschaftliche Forschung handelt. Es wurde deshalb beschlossen, nach dem hydrographischen Teil den übrigen, den vorwiegend meteorologischen Teil der Belegsammlung (etwa vier Fünftel des Gesamtumfanges!) quellenkritisch zu erschließen. Langfristig sollen auf dieser Basis Beiträge zur Witterungsgeschichte Mitteldeutschlands und zu ihren soziokulturellen Auswirkungen sowie zur Geschichte der Erfassung von Wetter- und Klimadaten in Mitteldeutschland folgen. In einer ersten, zweijährigen Etappe werden die neueren Quellentexte (ab ca. 1800) aufbereitet, die durch Verzahnung mit Messdaten von besonderem Interesse sind.
Publikationen: Mudelsee, Manfred / Deutsch, Mathias / Börngen, Michael / Tetzlaff, Gerd (2006): Trends in flood risk of the River Werra (Germany) over the past 500 years. In: Hydrological Science–Journal–des Sciences Hydrologiques, vol. 51 (5), Special issue: Historical Hydrology, S. 818–833. Börngen, Michael (2007; 2006 erschienen): Water disasters: A historical review. In: José L. Lozán / Graßl, Hartmut / Hupfer, Peter / Menzel, Lucas / Schönwiese, Christian-D. (Hrsg.): Global Change: Enough Water for all? Scientific Facts. Hamburg: Wissenschaftliche Auswertungen, S. 83–88 (Buchreihe Warnsignale).
Bearbeitung: Prof. Dr. Jost Heintzenberg (Projektleiter), Dr. Michael Börngen, Nadine Claudia Wetzel, M.A.
Kooperation: Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Forschungsprojekt (Förderkennzeichen: HE 939/18-2) ist bei der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig angesiedelt und wird von deren Kommission „Wissenschaftsgeschichte“ betreut. Zwischen der Akademie und dem Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig, das im Besitz der Weikinn-Daten ist, besteht ein Kooperationsvertrag.
Laufzeit: März 2006 bis Februar 2008
Weitere Informationen:
Prof. Dr· Jost Heintzenberg
Leibniz Institute for Tropospheric Research Tel.: +49 (0)341 235 3210
Dr· Michael Börngen Tel.: +49 (0)341 255-6573


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