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Stagnation oder Entwicklung: Periphere ländlich geprägte Regionen im östlichen Europa

PERIPHERE REGIONEN

Im Rahmen des Projektes erfolgte die Weiterführung der begonnenen Untersuchungen zur Rolle der Landwirtschaft in peripheren Regionen des östlichen Europa. Fallstudien aus Lettland, Litauen und dem Gebiet Kaliningrad stellten die empirische Basis für die Untersuchung des Wandlungsprozesses, den die Landwirtschaft in diesen Ländern durchläuft. Dabei sind diese Veränderungen in den neuen Mitgliedsländern der Europäischen Union (Litauen, Lettland, Polen) durchaus anders einzuschätzen als z. B. in Russland.

Ergebnisse:
Die bäuerliche Bevölkerung der neuen Mitgliedsstaaten stand dem EU-Beitritt mit großer Skepsis gegenüber, man fürchtete Absatzschwierigkeiten und einen weiteren Preisverfall. Aktuelle Erhebungen zeigen jedoch, dass sich die Lage vieler Bauern z. B. in Polen etwas verbessert hat und die Landwirte nicht selten wieder in der Lage sind, Investitionen zu tätigen. Dennoch besteht nach wie vor die Notwendigkeit, den Strukturwandel weiter voranzubringen, um die Landwirtschaft sowohl Polens als auch Litauens und Lettlands wettbewerbsfähig zu gestalten. Die Zersplitterung der landwirtschaftlichen Flächen ist dafür nach wie vor ein großes Hindernis. Eine Landnutzungskartierung der Jahre 1997 und 2003 ergab, dass sich an der Flächengröße nichts geändert hat, lediglich die Registrierung der Flächen und damit der amtliche Eigentumsnachweis ist nahezu abgeschlossen. Interessant ist die Tatsache, dass man nunmehr auch Flächen ausweist, die nicht mehr landwirtschaftlich, sondern zu Erholungszwecken genutzt werden. Dies steht dafür, dass die Menschen erkannt haben, dass die rein landwirtschaftliche Nutzung der kleinen Flächen in einer eher mittleren Ertragslage keine ausreichende Erwerbsgrundlage darstellt. Um in der Region bleiben zu können, müssen Alternativen innerhalb und außerhalb der Landwirtschaft gefunden werden. Neben der touristischen Nutzung sind dies z. B. die ökologische Landwirtschaft, der Anbau von Sonderkulturen und die Nutzung der umfangreichen Waldbestände.

Weitaus problematischer gestaltet sich die Entwicklung der ländlichen Räume im Gebiet Kaliningrad. Neben einigen wenigen Großbetrieben, die rationell und effizient arbeiten, gibt es eine größere Anzahl von kleineren Familienbetrieben, die große Probleme haben, das Land gewinnbringend zu nutzen. Neben den fehlenden Erfahrungen ist es vor allem Kapitalmangel, der dazu führt, dass weder in Technik noch in Gebäude investiert werden kann. Dadurch bleiben große Flächen in der Region ungenutzt, man sieht in der Landwirtschaft keine Perspektive und versucht, in den Städten, vor allem in Kaliningrad, einen anderen Arbeitsplatz zu finden.

Die staatliche Politik, durch Einfuhrquoten die regionale Landwirtschaft zu schützen, hat den erwarteten Erfolg nicht gebracht. Der Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion setzt sich aus den genannten Gründen weiter fort und wird nur durch einen drastischen Strukturwandel und die Unterstützung der Landwirte durch Schulungen und die gezielte Vergabe günstiger Kredite aufzuhalten sein.

Publikationen:
Knappe, Elke / Sünnemann, Arne / Zommere, Mirdza (2004): Bereit für die Europäische Union-Entwicklungsstrategien für Lettlands ländliche Räume. In: Petermanns Geographische Mitteilungen 148 (3), S. 56-63.
 
Knappe, Elke / Waack, Christoph (2004): Die baltischen Staaten-Geographischer Überblick und naturräumliche Gliederung. In: Landeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Die baltischen Staaten 54 (2/3), S. 85-91.

Bearbeitung:
Elke Knappe

Kooperation:
Prof. Dr. Maiga Kruzmetra (Lettische Agraruniversität Jelgava), Mirza Zommere (Gymnasium Vecpiebalga), Prof. Dr. Vytautas Juscius (Universität Klaipeda),  Dr. Valentin Korneevec (Universität Kaliningrad)

Laufzeit:
Januar 2004 bis Dezember 2006

Projektförderung
IfL

Weitere Informationen:
 Elke Knappe
Tel.: +49 (0)341 255-6504


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