Während der sozialistischen Stadtentwicklungsphase hatte Segregation als Projektion sozialer Ungleichheit im Raum keine annähernd vergleichbare Bedeutung wie in den westeuropäischen Städten. Grundsätzlich war die Wohnungsallokation keine Frage des Vermögens und Einkommens, sondern der wohnungspolitischen Vergabe- und Zuteilungspraxis. Seit dem Zerfall der zentral gesteuerten Regulationsmechanismen zu Beginn der 1990er Jahre verstärken sich die Fragmentierungsprozesse auch in den Stadtregionen des mittleren/östlichen Europa, ist eine zunehmende Segregation und sind Ansätze einer sozialen Polarisierung zwischen den Wohnquartieren erkennbar. Diese Veränderungen des sozialräumlichen Musters in den Stadtregionen können Folge sowohl eines mehr oder weniger eigenständigen Entwicklungspfades, der sich deutlich von dem westlicher Länder unterscheidet, als auch sich differenzierender Transformationspfade im mittleren und östlichen Europa sein.
Ziel des Forschungsprojektes ist der Vergleich postsozialistischer Entwicklungspfade in Stadtregionen des mittleren/östlichen Europa sowohl hinsichtlich ihrer zunehmenden sozialräumlichen Differenzierung durch Auf- und Abwertungsprozesse von Wohnquartieren wie auch ihrer Persistenzen. Untersucht werden sowohl sozialräumliche als auch symbolische Differenzierungsmuster in den jeweiligen Stadtregionen unter den neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die stadtregionale Betrachtungsweise zielt dabei auf die Aufdeckung der Wechselwirkungen zwischen den innerstädtischen und suburbanen Wohnungsteilmärkten. Diese Prozesse werden in sechs Stadtregionen des mittleren/östlichen Europa untersucht: St. Petersburg, Budapest, Sofia, Vilnius, Leipzig.
Bearbeitung: Isolde Brade, Günter Herfert, Carola S. Neugebauer, Christian Smigiel, Karin Wiest
Kooperation: Dr. Dovile Krupickaite (Universität Vilnius), Dr. Harald Standl (Universität Bamberg), Dr. Konstantin Axionow (Universität St.Petersburg), Dr. Zoltán Kovács (Akademie der ungarischen Wissenschaften, Budapest), Dr. Iskra Dandolova (Bulgarische Akademie für Wissenschaften, Sofia)
Laufzeit: Januar 2007 bis Dezember 2008
Projektförderung: DFG
Weitere Informationen:
Isolde Brade Tel.: +49 (0)341 255-6512
Günter Herfert Tel.: +49 (0)341 255-6513


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