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Seit der politischen Wende sind das vereinte Deutschland und Polen in eine historisch neue Etappe der Entwicklung eingetreten. Der deutsch-polnische Grenzraum ist seit der EU-Erweiterung und dem Beitritt Polens davon besonders betroffen, rückt er doch damit aus seiner peripheren Lage in das Zentrum Europas. Somit öffnen sich potenzielle Wege zu einem grenzüberschreitenden Zusammenwachsen, zur Bildung einer neuen Natur-, Sozial- und Wirtschaftsregion im Rahmen einer Neupositionierung im sich wandelnden europäischen Standortgefüge.
Mit dem Wandel zur EU-Binnengrenze wird es vorstellbar, dass sich viele ehemals bestehende, die Oder und Neiße übergreifende zentralörtliche Beziehungen wieder herstellen und sich somit eine grenzüberschreitende polyzentrische Raumentwicklung im deutsch-polnischen Grenzraum entsprechend den Grundvorstellungen des EUREK entwickeln könnten. Zugleich stellt sich die Frage, inwieweit der gesamte deutsch-polnische Grenzraum von seiner neuen Lage profitieren kann, oder ob nur die großen, zumeist randlich gelegenen Oberzentren die Integrationsvorteile realisieren können, während der unmittelbare, vorwiegend ländlich geprägte Grenzraum – wie vielfach prophezeit – von der neuen Entwicklung übersprungen wird.
Ziel des leitbildvorbereitenden Projektes ist die Analyse wesentlicher Problemlagen auf deutscher Seite einschließlich der Verflechtungen mit der polnischen Seite als Baustein für ein gemeinsames Leitbild für den deutsch-polnischen Grenzraum. Schwerpunkt der Analyse ist das Aufdecken von Problemlagen (Barrieren) und Problembeschreibungen sowie mögliche Handlungserfordernisse für den deutschen Teilraum, ohne einem zu erstellenden gemeinsamen Leitbild vorzugreifen.
Ergebnisse: Im Endbericht, der dem BMVBS im Mai 2006 vorgelegt wurde, wurden für den deutschen Teilraum des erweiterten deutsch-polnischen Grenzraumes folgende Themenfelder bearbeitet: Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Verkehrsnetze, Bildung/Wissenschaft/Kultur, Gesundheit, Wohnungsmarkt, Natur- und Kulturraum, Räumliche Planung. In jedem Themenfeld wurden ausgehend von einer Problemanalyse Handlungsempfehlungen für den deutschen Teilraum als Grundlage für eine weitere spätere Leitbilddiskussion des gesamten Grenzraumes gegeben.
Bearbeitung: Dr. Günter Herfert (IfL), Dr. Annedore Bergfeld / Prof. Dr. Ina-Beate Groß (IWR Leipzig), Dr. Michael Arndt / Angelika Pauli (IRS), Robert Knippschild / Dr. Ludwig Schätzl (IÖR), Katharina Mohring / Prof. Dr. Thomas Weith / Jan Lorenz Wilhelm (Universität Potsdam)
Kooperation: Gemeinschaftsprojekt der 4R-Institute IfL (Leadpartner), IRS, IÖR, ARL
Laufzeit: Dezember 2005 bis April 2006
Projektförderung: BMVBS
Weitere Informationen:
Günter Herfert Tel.: +49 (0)341 255-6513


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