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Wolfgang Hartke (1908–1997) gilt neben Hans Bobek als der Begründer der deutschsprachigen Sozialgeographie. Die „Frankfurter Schule“ und später „Münchener Schule“ beeinflusste die Fachentwicklung maßgeblich und leitete eine sozialwissenschaftliche Orientierung der Humangeographie ein. Die Arbeiten über die „Heckenlandschaft“ (1951), die „Zeitung als Funktion sozialgeographischer Verhältnisse“ (1952), die „Sozialbrache“ (1956), die „Hütekinder im Hohen Vogelsberg“ (1956) und über die „Bestimmung von Räumen gleichen sozialgeographischen Verhaltens“ (1959) zählen heute zu den Klassikern der Sozialgeographie. Hartke war weiterhin – besonders aufgrund seiner Auslandserfahrung und internationalen Kontakte – einer der besten Kenner der Landeskunde Frankreichs.
Neben den fachinhaltlichen Verdiensten zeichnet sich sein Schaffen auch durch ein ständiges Bemühen um die wissenschaftsinterne wie -externe Vertretung der Geographie aus. Die Einführung des Diplomabschlusses und die Diskussionen um eine Studienreform wurden von Hartke intensiv begleitet. Die Entwicklung der Hochschulgeographie in Frankfurt am Main und München ist untrennbar mit seinem Namen verbunden.
Ergebnisse: Der Nachlass Wolfgang Hartke wurde dem Archiv für Geographie 1998 zur Verwahrung übereignet. Durch die Übernahme eines Nachtrages konnte der Bestand im Sommer 2002 ergänzt werden. Die Nachlasserschließung erfolgte von August 2001 bis Juli 2003 innerhalb des von der DFG finanzierten Förderbereiches „Erschließung neuzeitlicher Nachlässe“. Erstmalig wurden im Archiv für Geographie die Vorzüge einer digitalen Erschließung auch für einen Personalnachlass genutzt. Mit Hilfe der von der Archivschule Marburg und der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg entwickelten Archivsoftware MIDOSA-Online konnte das vorliegende Online-Findbuch erstellt werden. Der Bestand setzt sich aus der umfangreichen Korrespondenz der Jahre 1947 bis 1993, Manuskripten, Gutachten, diversen Handakten, Forschungs- und Tagungsunterlage und persönlichen Dokumenten zusammen. Der Aktenbestand (ca. 23.000 Blatt) ist nach archivtechnischen Vorgaben in 27 Kästen endgelagert und unter Beachtung der Benutzerordnung des Archivs für Geographie, der gesetzlichen Sperrfristen und Einhaltung des Datenschutzes öffentlich nutzbar.
Publikationen: Schelhaas, Bruno (2001): Neues Projekt im Archiv für Geographie – Nachlasserschließung des Bestandes Wolfgang Hartke. In: Rundbrief Geographie 170, S. 30-31. Schelhaas, Bruno (2003): Bestand Wolfgang Hartke im Archiv für Geographie erschlossen. In: Der Archivar 57 (4), S. 323-324. Schelhaas, Bruno (2003):Nachlass Wolfgang Hartke im Archiv für Geographie erschlossen. In: Rundbrief Geographie 184, S. 17-18.
Projektleitung: Heinz Peter Brogiato, Ute Wardenga
Projektmitarbeiter: Bruno Schelhaas, Ishild Rummel
Kooperation: Archivschule Marburg
Laufzeit: August 2001 bis Juli 2003
Projektförderung: DFG, Förderbereich „Erschließung neuzeitlicher Nachlässe“
Weitere Informationen:
Heinz Peter Brogiato Tel.: +49 (0)341 255-6526


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