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Zahlreiche Studien zur regionalen Transformation haben auf Polarisierungstendenzen der Raumstruktur im östlichen Europa hingewiesen. Periphere Räume abseits des Einzugsbereichs großer Zentren werden in der Regel als Problemregionen und „Transformationsverlierer“ identifiziert. Diese Regionen sind einerseits vom Niedergang der Landwirtschaft, vom Zusammenbruch der industriellen Massenfertigung und vom Rückgang staatlicher Transfer- und Redistributionsleistungen betroffen und können andererseits nicht in angemessener Weise vom Aufschwung des Dienstleistungssektors profitieren. Hohe regionale Arbeitslosigkeit und Abwanderungstendenzen der erwerbsfähigen Bevölkerung sind Folgen dieser Entwicklung. Anhaltende Bevölkerungsverluste könnten in peripheren Regionen die Finanzierbarkeit der Infrastruktur und auch die Chancen einer längerfristigen Revitalisierung in Frage stellen. Kleinstädte bieten in dieser Situation potenzielle Ansatzpunkte zur Stabilisierung stagnierender und schrumpfender peripherer Regionen. Sie stellen Konzentrationen von Aktivitäten und Ressourcen dar, verfügen über ein Bevölkerungspotenzial für die Auslastung von Einrichtungen, bieten ein besser differenziertes Arbeitkräftepotenzial und verfügen oft über Netze sozialer Einrichtungen und Institutionen.
Im Rahmen des Projektes sollen lokale Vernetzungen und Handlungsspielräume von Kleinstädten im östlichen Europa in vergleichender Perspektive (Ostdeutschland, Lettland, Litauen, Polen) untersucht werden. In der geographischen Forschung ist die Entwicklung von Kleinstädten bisher vorwiegend als extern determinierter Prozess interpretiert worden. Diese vorherrschende, verkürzte Sicht auf kleinstädtische Entwicklungen wird im Projekt durch eine Binnenperspektive ergänzt. Lokale Vernetzungen rücken als selbstproduzierte Ressourcen in den Mittelpunkt. Eine theoretische Basis zur Untersuchung kleinstädtischer Handlungsspielräume bietet der Ansatz der Locality Studies. Erfolgreiche lokale Entwicklung wird im Kontext der Locality Studies weniger mit physischen oder Lagemerkmalen in Verbindung gebracht, als auf lokal produzierte, normative Orientierungen, Verhaltensweisen und soziale Beziehungsmuster zurückgeführt. Das Projekt erfasst lokale Vernetzungen mit Hilfe der theoretischen Konzepte Soziales Kapital und Urban Governance und fragt nach der Bedeutung von lokal produzierten Vernetzungen in Form von Urban Governance und sozialem Kapital für die Entwicklung von Kleinstädten.
Bearbeitung: Joachim Burdack, Elke Knappe, Agnes Borsig
Kooperation: Prof. Dr. Vytautas. Juscius (Universität Klaipeda), Prof. Dr. Tomasz. Kaczmarek (Universität Poznan), Prof. Dr. Adolfs Krauklis (Universität Riga)
Laufzeit: November 2006 bis Januar 2009
Projektförderung: DFG
Weitere Informationen:
Joachim Burdack Tel.: +49 (0)341 255-6511 

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