Das Europäische Raumentwicklungskonzept (EUREK) identifiziert urban sprawl als eines der größten Hindernisse für eine Umsetzung des Konzepts der nachhaltigen Stadtentwicklung. Ein neues Gleichgewicht zwischen Zentrum und metropolitaner Peripherie muss gefunden werden. Zahlreiche Stadtregionen in Europa haben bereits Zielvorstellungen einer polyzentrischen Raumstruktur in ihre Planungsdokumente aufgenommen. Es finden sich auch empirische Belege für das Entstehen neuer clusterartiger Nutzungskonzentrationen in den metropolitanen Peripherien. Hier stellt sich die Frage, wie diese hauptsächlich ökonomisch gesteuerten Entwicklungen zur Unterstützung einer polyzentrischen, nachhaltigen Stadtentwicklung genutzt werden können. Was ist das Potenzial neuer räumlicher Nutzungskonzentrationen im Hinblick auf Nachhaltigkeit, und können damit die nachteiligen Effekte des urban sprawl ausbalanciert werden?
Ergebnisse: Im Rahmen des Projekts wurden fünf neue Gewerbekonzentrationen am Rande europäischer Metropolen untersucht: der Brandenburg Park im Berliner Umland, Budaörs-Terrapark und BITEP am Rande von Budapest und Hoofddorp-Beukenhorst und Almere Port in der Randstad. Stärke-Schwächen-Analysen (SWOT-Analysen) wurden durchgeführt. Es traten dabei deutliche Unterschiede, aber auch ausgeprägte Gemeinsamkeiten der Fallbeispiele hervor. Ein erheblicher Teil der Unterschiede lässt sich auf die nationalen und lokalen administrativen Kontexte zurückführen. Eine gemeinsame Stärke der untersuchten Fallbeispiele liegt im Bemühen um Integration in das natürliche und bauliche Umfeld und in den Maßnahmen zu Abfallvermeidung und Emissionsschutz, die generell über den nationalen bzw. Eu-Standards liegen. Ein Entwicklungsproblem ist dagegen, dass nachhaltigkeitsorientierte Gewerbeparks immer noch eine Ausnahme darstellen. Die Untersuchung erlaubt einige Schlussfolgerungen im Hinblick auf Chancen und Probleme von nachhaltigen Nutzungskonzentrationen im suburbanen oder post-suburbanen Umfeld. Publikation: Marco Bontje and Joachim Burdack (2005): Economic poles in the European metropolitan periphery and sustainable development. Leipzig. (= Forum- IfL, Heft 1) Bearbeitung: Marco Bontje, Joachim Burdack Laufzeit: Januar 2002 bis Dezember 2004
Projektförderung: Europäische Union (Marie-Curie-Host-Fellowship) Weitere Informationen:
Joachim Burdack Tel.: +49 (0)341 255-6511


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