Die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft, der Übergang von der fordistischen zur postfordistischen Produktionsweise, die fortschreitende Integration Europas und die Transformationsprozesse im mittleren und östlichen Europa sind wesentliche Determinanten eines tief greifenden Wandels von Stadt- bzw. Metropolregionen in Europa. Im internationalen Standortwettbewerb um hochrangige Funktionen konkurrieren nicht mehr Städte, sondern Regionen miteinander. Sie gelten als „Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung“.
Innerhalb der Stadt- und Metropolregionen entstehen neue Disparitäten und neue Muster innerstädtischer Differenzierung. Modellvorstellungen der „postfordistischen“ Stadt gehen in diesem Zusammenhang von einer Zunahme räumlicher Segregation in Richtung auf eine „polarisierte“ oder „duale Stadtstruktur“ aus. Im Zuge der Deindustrialisierung erlangen Stadtzentren eine neue Bedeutung als Bürostandorte und als Standorte des gehobenen Konsums, während die großstädtische Peripherie einen neuen Entwicklungsschub mit einer verstärkten Suburbanisierung und der Entstehung polyzentrischer Strukturen erfährt (Zwischenstadt, Postsuburbia).
Die IfL-Forschungen zu konvergenten und divergenten Entwicklungen von Stadt- und Metropolregionen haben eine deutliche empirische Ausrichtung. Im Mittelpunkt stehen internationale Vergleichsuntersuchungen von Stadt- und Metropolregionen im europäischen Maßstab. Die Arbeiten konzentrieren sich dabei auf die Mesoebene stadtregionaler Teilräume. Zur theoretischen Fundierung bzw. Orientierung beziehen sich die Forschungen des Instituts auf Diskurse zu Metropolitanisierungsprozessen (z. B. Global Cities, postmoderne Stadt, postfordistische Stadt). Forschungsziel ist es, diskursive Aussagen zu Stadtentwicklungsprozessen kritisch zu hinterfragen und empirisch zu überprüfen. Hiermit soll zur Klärung von Begrifflichkeiten und zur „Erdung“ und Weiterentwicklung von theoretischen Diskursen beigetragen werden. In den letzten Jahren konzentrierten sich diesbezügliche Forschungen u. a. auf metropolitanen Peripherien, Postsuburbia, Edge Cities, Gentrifizierung, postsozialistische Segregationsmuster und Schrumpfungsprozesse.
In den letzten Jahren konzentrierten sich diesbezügliche Forschungen unter anderem. auf metropolitane Peripherien, Postsuburbia, Edge Cities, Gentrifizierung, postsozialistische Segregationsmuster und Schrumpfungsprozesse. Aktuelle Projekte lassen sich drei Projektclustern/Forschungsschwerpunkten zuordnen:
(1) Forschungen zu großstädtischen und metropolitanen Peripherie, (2) Forschungen zu postsozialistischen Wohnquartieren in Städten in MOE, (3) Kreativwirtschaft und städtische Wettbewerbsfähigkeit.
Im erstgenannten Forschungsschwerpunkt werden Entwicklungsprozesse und Raumstrukturen von Suburbia, Postsuburbia und Zwischenstadt im europäischen Vergleich untersucht.
Der Forschungsschwerpunkt "Postsozialistische Wohnquartiere" baut vor allem auf Institutsforschungen zu Gentrifizierungstendenzen und sozialer Segregation in ostdeutschen und russischen Städten auf. In einem international vergleichenden DFG-Projekt werden sozialräumliche Entwicklungen in repräsentativen Wohnquartierstypen untersucht.
Der Forschungsschwerpunkt "Kreativwirtschaft und städtische Wettbewerbsfähigkeit" entsteht um den Kern des EU-Projekts ACRE zu Fragen von creative industries und creative class als metropolitanem Standortfaktor. Es besteht hier ein starker Forschungsbedarf im Übergangsbereich von theoretischen Grundlagenarbeiten und anwendungsorientierten Fallstudien.
Ansprechpartner:
Joachim Burdack Tel. +49 (0)341 255-6511


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