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Nachdem das erste Jahrzehnt der geographischen Transformationsforschung in hohem Maß durch Fixierung auf die Metropolen und städtischen Zentren geprägt war, sind in den letzten Jahren ländlich geprägte Räume und Peripherien wieder stärker ins Blickfeld gerückt. Hintergründe dafür sind die Wahrnehmung starker regionaler Disparitäten zwischen den ländlichen und städtischen Regionen, die politische Aufmerksamkeit auch für die vermeintlichen Verlierer des Wandels und nicht zuletzt der Beitritt von mittel- und osteuropäischen Staaten zur EU. Es wird mehr und mehr deutlich, dass sowohl die traditionelle Ausrichtung und die zugehörigen Förderinstrumente der Strukturpolitik der Europäischen Union als auch die nationalen Entwicklungspolitiken den Anforderungen an eine territoriale Kohäsion nicht genügen.
Die Raumkategorie der Peripherie hat sich vor allem im Zusammenhang mit dem politischen und wirtschaftlichen Wandel in den ehemals sozialistischen Staaten gewandelt – die fortschreitende internationale Arbeitsteilung und die Prozesse der Globalisierung haben die Hierarchie der Regionen verändert. Sie führten sowohl zu Veränderungen innerhalb der Nationalstaaten als auch zu überregionalen und internationalen Wandlungsprozessen, in deren Ergebnis Peripherien entstehen („absteigende“ Regionen) oder aber auch wieder aufgelöst werden können („aufsteigende“ Regionen). Die klassische, raumstrukturelle Definition der Peripherie liefert jedoch nur begrenzte Aussagen zu den Prozessen der Peripherisierung. Vielmehr führen neue gesellschaftliche, ökonomische und politische Kräfte und Kräfteverhältnisse zu ebenso neuen Vorgängen der Peripherisierung und neuen regionalen Differenzierungen.
Die Forschungsfragen richten sich deshalb auf die Prozesse und Akteure, die an dem Vorgang der Peripherisierung beteiligt sind. Damit soll Peripherie nicht ausschließlich räumlich gesehen werden, sondern als Ergebnis einer Beziehung zwischen Zentrum und Peripherie. Zur Beschreibung und Erklärung dienen ökonomische Indikatoren, die Analyse von Handlungssituationen in politischen Kontexten, Macht- und Abhängigkeitsstrukturen sowie raumbezogene Kommunikationsstrukturen (z. B. Definitionsmacht). Somit stehen Fragen nach den Merkmalen des Peripherisierungsprozesses und den Schlüsselfaktoren der weiteren Entwicklung peripherer Regionen im Kontext von Integration und Globalisierung im Mittelpunkt der Forschung.
Die Forschungsprojekte des Schwerpunktes sind in drei Gruppen zusammengefasst:
- vergleichende Untersuchungen peripherer Regionen Europas,
- Untersuchungen mit Schwerpunkt auf Akteuren und Netzwerken,
- Machbarkeitsstudien, z. B. „Cross border governance an der EU-Außengrenze im östlichen Europa zwischen realer und symbolischer Politik“.
Ansprechpartnerin:
Elke Knappe Tel. +49 (0)341 255-6504


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