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Studien zu Praktiken sozialer Verräumlichung

REGIONALISIERUNGEN

Soziale - alltagsweltlich realisierte - Verräumlichungen entstehen in einer Vielzahl von Praktiken und schlagen sich in verschiedenen und das heißt: sozial unterschiedlich kontextualisierten Formen der Produktion von Räumen und ihres Gebrauchs nieder. Das Projekt vernetzt Studien zu Praktiken sozialer Verräumlichungen, die in anderen Projekten erarbeitet werden (z. B.  Regionalisierung und Standortprofilierung.

Praktiken sozialer Verräumlichung basieren vor allem auf der strukturbildenden Kraft von Raumbildern und raumbezogener Sprache, die einen variety pool gesellschaftlicher wie auch gesellschaftstheoretischer Gegenstandskonstruktionen bilden. Geographie und Sprache sind eng miteinander verwoben, denn Geographie(n) werden mit sprachlichen Mitteln und in unterschiedlichsten kommunikativen Zusammenhängen entworfen und beschrieben, festgehalten und erinnert. Jenseits dieser lapidaren und für alle Felder gesellschaftlicher Praxis gleichermaßen geltenden Beobachtung, gibt es in jüngerer Zeit gesellschaftstheoretisch fundierte Konzeptionen, die die Analytik dieses Zusammenhangs vorantreiben sollen.

Diese Arbeiten spannen ein sehr weites Feld auf, das sich von der Konstitution des Raumes durch die Funktionslogik sozialer Systeme über räumliche Anordnungen und Symboliken als eine Dimension menschlicher Tätigkeiten bis hin zur kommunikativen Verortung sozialer Wirklichkeit reicht. Unter dem Gesichtspunkt, alltagsweltliche Praktiken des „Gebrauchs“ von Raum und der seiner „Reproduktion“ aufzeigen zu wollen, bietet die Analyse sprachlicher, aber auch visueller „Techniken“ beispielsweise im Rahmen von „Standortprofilierungen“ einen Ansatzpunkt, die viel beschworene „Konstruktion von Räumen“ innerhalb eines Netzes von Äußerungen zu untersuchen und dabei jene latenten Sinn- und Bedeutungsschichten offen zu legen, die jenseits des „offensichtlich Gesagten“ und der kommunizierten Inhalte Wahrnehmung strukturieren. Das Interesse an „Raum und Sprache“ entspringt also nicht dem Interesse an rhetorischen Figuren an sich, sondern dem Interesse an der Art und Weise, wie „Orte“ kommuniziert werden. Das heißt, die Beschäftigung mit rhetorischen Figuren ist ein Instrument oder eine Methode, um Prozesse der Kommunikation von/über Orte(n) zu verstehen.

Untersuchungen zum Zusammenhang von Geographie und Sprache müssen daher eingebettet werden in theoretische Überlegungen zu Gebrauchsweisen des Raumes. Denn diese beobachteten Praktiken entfalten sich nicht allein im materiellen Raum, wie auch der Raumbegriff selbst nicht auf den Ge- oder gar Verbrauch von materiellem Raum und physisch-materielle Objekte beschränkt ist – auch wenn die physische Bewegung und das materielle Objekt (Haus, Straße, die Stadt als Anordnung baulicher Objekte) als Ausgangspunkt der Metaphorisierung des Raumes eine prominente Stellung einnehmen.

Projektleitung:
Judith Miggelbrink

Bearbeitungszeitraum:
Mai 2003 bis Juni 2008

Projektförderung:
IfL

Weitere Informationen:
 Judith Miggelbrink
Tel.: +49 (0)341 255-6509


Neue Kulturgeographie
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Geographie[n] an den Rändern des Europäischen Projekts. Räumliche Orientierung und Peripherisierung an der Außengrenze der erweiterten Europäischen Union

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