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Mit dem Europa-Atlas soll ein Grundlagenwerk entstehen, das fundiertes Lernen über die Europäische Integration in räumlichen Zusammenhängen fördert. Der Atlas richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger. Spezielle Zielgruppen sind Studierende von Europa-Studiengängen, Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, Multiplikatoren aus Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie die Medien.
Aus theoretischer Sicht erscheint es – angesichts der enträumlichten Perspektive der gegenwärtigen Kulturgeographie – in vielen Kontexten problematisch, räumlich differenzierte Aussagen über „Europa“ zu formulieren. Aus heuristischer Perspektive bilden indes gut illustrierte und kartographisch fixierte Hintergrundinformationen in gesamteuropäischem Maßstab eine wertvolle Hilfe zur Verortung von Sachverhalten, Trends und Entwicklungen für die Forschung wie auch für politische Entscheidungsträger. Die räumlich differenzierte Darstellung kann Prozesse verdeutlichen sowie Hintergrundinformationen für kulturgeographische Erklärungen von Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Entwicklungen bereitstellen.
Der Anspruch an einen neuen Europa-Atlas, der inhaltlich über gängige, auf Topographie, Standard-EU-Statistik und Verkehrsinfrastruktur fokussierte Atlanten hinausgeht, besteht darin, „europäische Prozesse“ – wie zum Beispiel Schnittstellen und Bruchzonen europäischer Entwicklungslinien – zu identifizieren und darzustellen. Neben den allgemeinen sozioökonomischen und demographischen statistischen Kennzahlen sollen Informationen über Infrastruktur, Lebensverhältnisse, Kultur, Bildung und Umwelt dargestellt und Entwicklungsperspektiven für ganz Europa herausgearbeitet werden. Dabei geht es in erster Linie darum, solche Informationen zu erfassen, die die gegenwärtige Situation Europas und die verschiedenen oder ähnlichen Entwicklungspfade seiner einzelnen Regionen wesentlich beeinflussen.
Durch die Zusammenführung internationaler Fachleute, die über ihre eigenen Grenzen hinausgehend forschen, werden Teams geschaffen, die solche Entwicklungen identifizieren und in der Lage sind, sie so zu operationalisieren, dass Karten, Grafiken und Texte mit Aussagen für ganz Europa entstehen können.
Geplant sind eine gedruckte Ausgabe in mehreren Bänden (u. a. Kultur, Soziales, Wirtschaft) und mehreren europäischen Sprachen sowie ebenfalls mehrsprachige CD- und Online-Versionen mit digitalen Animationen und interaktiven Modulen.
Bearbeitung: Sebastian Lentz Sabine Tzschaschel Konrad Großer
Kooperation: Ein breites europäisches Kooperationsnetzwerk befindet sich im Aufbau.
Laufzeit: Juli 2007 bis Dezember 2010
Projektförderung: EU-Projektförderung angestrebt
Weitere Informationen:
Sabine Tzschaschel Tel.: +49 (0)341 255-6545


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