ISOLDE BRADE (Hrsg.) Die Städte Russlands im Wandel. Raumstrukturelle Veränderungen am Ende des 20. Jahrhunderts Leipzig 2002. 262 S. (Beiträge zur Regionalen Geographie; 57)
Der Themenband stellt das Ergebnis jahrelanger Forschungen zu Stadtentwicklungen in Russland am Institut für Länderkunde dar. Die Beiträge des Bandes befassen sich mit unterschiedlichen Aspekten städtischer Entwicklungen in Russland am Ende des 20. Jahrhunderts. Es werden sowohl Prozesse auf der Ebene des russischen Städtesystems als auch innerstädtische Entwicklungen thematisiert. Der Band ist in zwei Teile gegliedert. Die Beiträge im Teil A stellen die wichtigsten Ergebnisse eines von der DFG geförderten Forschungsprojektes (1997–2000) zum Thema „Der Bedeutungswandel der russischen Städte während der Transformationsphase“ vor. Im Teil B werden konkrete Stadtregionen und raumstrukturelle Probleme innerstädtischen Wandels untersucht.
Im Band 46 der Beiträge zur Regionalen Geographie wurde die sowjetische Regional- und Städteplanungspolitik thematisiert, um zu zeigen, welche Entwicklungen und welche Einflüsse für die Herausbildung des zu Beginn der 1990er Jahre existierenden Städtesystems in Russland bedeutsam waren. Das hier vorgestellte Forschungsprojekt knüpfte zeitlich daran an und untersuchte die in Sowjetzeiten entscheidend geprägten und gestalteten Entwicklungspotenziale sowie den Bedeutungswandel bestimmter Städtegruppen Russlands in ihrer regionalen Differenzierung in der Transformationsphase der 1990er Jahre. In dieser Detailliertheit liegt erstmalig eine Analyse und Typisierung der Städte Russlands auf der Basis sozialökonomischer Indikatoren vor. Damit können die Ursachen und Faktoren ermittelt werden, die für die Erklärung regional differenzierter Stadtentwicklungsprozesse ausschlaggebend sind und die Fragen beantwortet werden
- nach den potenziellen Wachstumszentren auf der nationalen und regionalen Ebene,
- nach den wirtschaftlichen „Schwachstellen“ oder „Lücken“ im nationalen und regionalen Städtesystem,
- nach den impulsgebenden Kräften der Regional- und Stadtentwicklung in Russland.
In vier Beiträgen des zweiten Teils des Themenbandes werden Fragen des sozialökonomischen und funktionalen Bedeutungswandels der großen Städte aufgegriffen, der insbesondere in den Metropolen St. Petersburg und Moskau zu Veränderungen von Raumstrukturen geführt hat. Spannend war die Frage nach einer Revitalisierung historischer Raum- und Funktionsmuster. Ebenso wurden die postsowjetischen politischen und ökonomischen Regulationsmechanismen, die zur Entstehung neuartiger räumlicher Strukturen führten, thematisiert.
Der Themenband wird durch einen Glossar ergänzt, in dem ausgewählte, in der russischen Stadtforschung gebräuchliche Fachtermini erklärt werden. Das soll insbesondere dem nicht mit der Terminologie der Russlandforschung vertrauten Leser eine Hilfe zum besseren Verständnis mancher Aussagen sein.


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